Einst Zeichen großer Handwerkskunst....

dem Menschen stehts verpflichtet,

steh ich nun wieder im alten Glanz,

dem Winde zugerichtet.

 

(Spruch an der Mühle)

 

 

Im wunderschönen und verträumten Mecklenburg steht Sie, eine der wenigen noch erhaltenden Holländerwindmühlen mit Bilauschen Ventikanten (Flügelsystem).

 

Sie hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich und nun auch endlich wieder eine Zukunft.

 

Baujahr 1910 hat sie zwei Weltkriege und einen sozialistischen Staat überstanden. Beides hat Spuren hinterlassen. Zum Nutzen der Menschen einst erbaut, trat sie in deren guten Zeiten in den Hintergrund. Sie wurde unproduktiv und durch moderne Technik verdrängt. Doch fanden sich über die Jahre immer wieder Menschen, denen das Schicksal der Mühle nicht egal war. Zwar reichten die Bemühungen oft nicht aus, sie vor größeren Schäden zu bewahren, doch so konnte sie die Zeit bis heute überstehen.

 

Auch uns hat die Mühle nie losgelassen und so entschieden wir uns im Januar 2011 sie zu erwerben.


Wir waren uns der Verantwortung bewusst, dieses einmalige Bauwerk für die Zukunft zu erhalten.

Die Sanierung beginnt.

Bevor wir mit dem Neueindecken des Mühlenkörpers beginnen konnten, musste die Schwammsanierung in der Mühle so schnell wie möglich beginnen. Sie hatte schon erschreckende Ausmaße angenommen und bedrohte den Erhalt der Technik. Hausschwamm ist einer der größten Feinde alter Bauwerke. Er zerstört unaufhaltsam alle Holzteile und befällt auch Mauerwerk und Boden. Er muss vollständig entfernt werden, da er auch nach Jahren der Ruhe wieder anfangen kann zu wachsen und seinen zerstörenden Lauf fortsetzen kann. Für uns hieß es, der alte Holzboden muss raus, die Walzenstühle angehoben und das Mauerwerk abgestempt werden. Durch unzählige Bohrlöcher wurde Schwammsanierungsmittel eingebracht. Der neue Holzboden wurde eingezogen, nachdem auch befallende Balken und Holzteile entfernt wurden.

 

Nachdem auch die Holzbohlen unter den Walzstühlen erneuert waren, konnten sie an ihren alten Platz zurück und die Holztrichter wurden wieder aufgesetzt. Soviel wie möglich erhalten kein einfaches Unterfangen und doch machbar.

Schwammbefall im Trichter
Schwammbefall im Trichter
Schwammbefall am Holz
Schwammbefall am Holz


Bis in die zweite Etage der Mühle, dem Steinboden, hatte sich der Hausschwamm gefressen, sodass auch dort der Boden erneuert und die befallenden Holzteile entfernt werden mussten. So sorgsam wie möglich und doch so viel wie nötig, musste entfernt werden, damit sichergestellt wurde, dass der Hausschwamm voll ständig entfernt ist. Doch ist in unserer Mühle ein Großteil der Technik erhalten geblieben. Der Sichter und Reinigungsboden befinden sich noch im Original Zustand. Bei der Sanierung und Umnutzung der Mühle zur Wohneinheit, wurde der Gesamteindruck einer arbeitenden Mühle nicht Außer Sicht gelassen. So wurden alle Schlafräume und Sanitäreinrichtungen in der Tenne untergebracht. So stören keine Trennwände das Innere des Mühlenkörpers, sondern man lebt mit und in der Technik der Mühle. Auch wurden die noch erhaltenden Elemente der Technik nicht Zweck entfremdet, sondern aufgearbeitet und in ihrer ursprünglichen Nutzung erhalten.

 

Der Walzenboden nach der Sanierung
Der Walzenboden nach der Sanierung

Nachdem die Mühle von Hausschwamm befreit und die Tenne umgebaut war, begann nun die Sanierung des Mühlenkörpers von außen. Rund 8000 handgespaltende Holzschindel aus sibirischer Lärche wurden mit rund 30000 Nägel am neu isolierten Mühlenkörper angebracht. Die Kappengalerie wurde erneuert, ebenso die verrotteten Strahlenbalken (Umgang am Mühlenkopf). Die Pfugbalkenenden wurden ausgetauscht und die Kappenverkleidung erneuert. Der Mühlenkopf, auch Kappe genannt, der Mühle wurde großflächig repariert und mit einem neuen Anstrich versehen. Damit der alte Charme der Mühle erhalten bleibt, wurde auf viele Kleinigkeiten geachtet. Zum Beispiel wurden neue Fenster in der alten Optik eingebaut, welche sich sonach außen öffnen lassen, oder sie wurden aufgearbeitet und wieder eingebaut.